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NEWOpART

                                                               by Peter Schönbohm


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Das Projekt

NewOpArt ist mein Projekt, die OP-Art aus den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts unter Verwendung modernster Computertechnik und Software in die Gegenwart zu transformieren und weiter zu entwickeln.

 Das Schwarze Quadrat - Kasimir Malewitsch 1915
                      Der Beginn der abstrakten modernen Kunst

Malerei und Computer

Malerei und Computer - das passt für viele Menschen zusammen wie Feuer und Wasser! Zu tief verankert ist bei ihnen das Bild vom kreativen Künstler, der in seinem Atelier mit Pinsel und Ölfarbe sein Aktmodell auf die Leinwand malt - ohne konzeptionelle Vorgaben, frei von jeglichen Normen. Die Kunst ist frei! - festgehalten in Artikel 5 unseres Grundgesetzes.

Dabei hat der Computer längst alle Lebensbereiche erfasst - auch die, die sich mit der künstlerischen Gestaltung befassen. Für Grafiker, Designer und Architekten ist ein Arbeiten ohne Computer fast undenkbar geworden. Warum sollte der Computer nicht auch für die Malerei einsetzbar sein?

Der Prozess für die Erschaffung eines Kunstwerkes durchläuft mehrere Schritte: Von der Idee - über die Konzeption - den Durchführungsplan - die Wahl der Mittel - bis zur Realisation. Dabei kann es sein, dass einzelne, mehrere oder alle Schritte revidiert und einmal oder mehrfach durchlaufen werden, bis der Künstler entscheidet, dass sein Objekt fertig ist. Für die ersten vier Schritte braucht der Maler weder Pinsel, noch Farben und Leinwand. Erst zur Umsetzung seiner Idee und seiner Konzeption greift er zu den Mitteln seiner Wahl und realisiert physisch sein Kunstwerk.

Ein Künstler, der mit dem Computer arbeitet, arbeitet nicht entscheidend anders. Nur bei der Wahl der Mittel greift er zur Computertechnik und entwickelt oder bedient sich entsprechender Software, um seine Idee umzusetzen. In den anderen Phasen unterscheidet er sich nicht zwangsläufig von denen "konventioneller" Künstler. Ich nutze meinen Computer - wobei hier immer auch die Software gemeint ist - jedoch nicht nur zur Realisierung meiner Ideen sondern auch zur Ideenfindung, Konzeption und zur Durchführungsplanung.

Wie kann man also den Computer zum "Malen" eines Bildes einsetzen?

David Hockney (75), einer der bedeutendsten Gegenwartskünstler, zeigt uns, wie man mit modernster Technik phantastische Bilder malen kann, die in den berühmtesten Museen ausgestellt werden. Zum Malen benutzt er einen modernen Tablet-PC mit einem raffinierten Malprogramm, das ihm eine Vielzahl von Werkzeugen - Stift, Pinsel, Spraydose, Radiergummi usw. - und Farben bietet. Zum Malen wählt er ein Werkzeug und eine Farbe aus und streicht mit einem Stift oder den Fingern über den Touchscreen, um das Motiv zu "malen". Einzelne Stellen lassen sich ganz einfach vergrößern, um Details auszuarbeiten und - wenn ihm etwas nicht gefällt - kann er jeden Schritt rückgängig machen. Das fertige Kunstwerk lässt er mit Spezialgeräten auf Leinwände drucken. Hockney arbeitet also eigentlich wie ein konventioneller Künstler, nur dass er statt Pinsel, Farben und Leinwand die moderne Computertechnik benutzt und seine Bilder sehen aus der Entfernung auch wie "normale" Gemälde aus.

Der Computer als "Maler", der Künstler als Ideengeber, Planer und Betrachter

Während Hockney mit seinen Fingern oder einem Stift auf dem Touchscreen seines Tablet-PC "malt", gehe ich mit meinen Experimenten einen anderen, neuen Weg: Ausgehend von einer Idee und einem Plan für ein neues Bild, programmiere ich das, was der Computer "malen" soll. Ich male also nicht selber, sondern überlasse dem Computer die Ausführung. Dabei gehe ich noch einen Schritt weiter: ich gebe dem Computer nicht sämtliche Anweisungen, wie er das Bild zu malen hat, sondern lasse ihm einen gewissen Spielraum, meine Ideen zu vollenden! Dieser Spielraum in Form von Zufallsprozessen kann sich auf verschiedene Aspekte beziehen: die Anzahl der Objekte, deren Größe und deren Farbe, deren Positionierung innerhalb des vorgegebenen Rahmens usw. Zum "Malen" meiner Bilder stehen mir eine große Anzahl von Objekten - Punkte und Linien - gerade und geschwungene Linien - sowie viele geometrische Formen - Kreise, Ellipsen, Quadrate, Rechtecke, Dreiecke, Vielecke sowie Flächen mit gerundeten Kanten- in allen möglichen Größen und Ausprägungen zur Verfügung. Und zusammen mit über 16 Millionen Farben mit unterschiedlichen Intensitäten und Transparenzen bieten eine unendliche Formen- und Farbvielfalt.

Abseits von Sehgewohnheiten und bekannten Mustern

Wenn ich das Programm , um eine Bild zu "malen", starte, habe ich immer eine Vorstellung, wie das Bild entsprechend meiner Idee und der Bildkonzeption aussehen soll, das Ergebnis ist mir aber nicht wirklich bekannt. Wenn der Computer das Ergebnis liefert, wechsel ich in die Position des Betrachters. Die Ergebnisse sind oft überraschend. Sie sind oft neu und unkonventionell, da sie keinem der menschlichen, aus der Erfahrung bekannten Muster folgen. Durch die durch Zufall gesteuerten Prozesse entstehen oft irreale Perspektiven und Farbkombinationen, die einen durch nie gemachte Seherfahrungen - abseits von Sehgewohnheiten und bekannten Mustern - in den Bann ziehen.

Die Ergebnisse sind - so mein Ansatz - nicht reproduzierbar. Jedes Bild ist ein absolutes Unikat. Aus der Vielzahl der vom Computer gelieferten Alternativen wähle ich diejenigen aus, die meinen Vorstellungen und meinem ästhetischen Empfinden am besten entsprechen und die mich emotional erreichen. Die anderen verwerfe ich und lösche sie von der Festplatte. Sie sind in dieser Form nicht ein zweites Mal herstellbar. Die ausgewählten Werke werden entweder als Unikat oder in limitierter Auflage meist als Fine- Art Alu- Dibond + AcrlyGlas Bild in besonders aufwendiger und hochwertiger Handarbeit auf Bestellung für Sie angefertigt. Durch die AcrylGlas- Platte gewinnt das Motiv einen besonderen Glanz und farbliche Tiefenwirkung, die die Kraft der Farben wirkungsvoll unterstreichen. Bei quadratischen Formaten sind Größen zwischen 50*50 cm und 120*120 cm, bei rechteckigen Formaten Größen zwischen 60*40 cm und 180*120 cm und in vielen Zwischengrößen möglich. Einige meiner Bilder sind auch als 'Open Edition' bei verschiedenen Anbietern - auch im Internet - günstig zu erwerben.

Wenn ich die Ergebnisse betrachte und bewerte gibt es nicht selten Rückkopplungen zu den vorhergehenden Prozessen. So entwickeln sich neue Ideen für neue Bilder und neue Ansätze für Konzeption, Aufbau und Farbwirkungen und fließen anschließend in die Programmierung ein. Dieser Entwicklungsprozess ist bis heute ungebrochen und führt mich zu immer neuen Ideen, Ansätzen und Experimenten.

Zufall in der Kunst des 20. Und 21. Jahrhunderts

Mit der Einbeziehung des Zufalls in den künstlerischen Prozess haben schon zahlreiche bekannte Künstler experimentiert, so z.B. Kurt Schwitters, Hans Arp, Max Ernst, Niki de Saint Phalle, Jean Tinguely, John Cage und Gerhard Richter u.a. John Cage, einer der weltweit einflussreichsten Komponisten des 20. Jahrhunderts, hatte einen ähnlichen Ansatz wie ich für seine Kompositionen: um sich von den eingefahrenen, erlernten Klangmustern und Hörgewohnheiten zu entfernen, benutzte er bei seinen Kompositionen Zufallsoperationen, um völlig neue Klangbilder zu erzeugen. Auch Gerhard Richter ging einen ähnlichen Weg, um die Farbkombination seiner Fenster im Kölner Dom festzulegen: er gab die Größe und die Anzahl der Glasscheiben vor und ließ den Computer die Farbkombination aus 72 Farben zufällig auswählen. Aus den vom Computer gelieferten Farbkombinationen wählte er diejenigen aus, die ihm am besten gefielen. Die Realisierung seines Werkes überließ er anschließend den Glasermeistern und Fensterbauern.

 
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